PRESSEMITTEILUNG 25.|25
Südtirol – 3. April 2025
Von Mahler zu Ortler: Verbundenheit auf vielen Ebenen
Uraufführung von Ortlers „Expedition to Paradise“
Andrea Götsch und Bertold Stecher als Solisten
Neben Toblach, Bozen, Meran, Premiere im Großen Saal des Wiener Konzerthaus
Heute wurde anlässlich einer Pressekonferenz die Konzertreihe 2025 der Südtirol Filarmonica vorgestellt. Neben den VertreterInnen des organisierenden Kulturverein ARTON waren auch Regional-Assessor Angelo Gennaccaro sowie alle drei Landesräte für Kultur, Philipp Achammer, Daniel Alfreider und Marco Galateo, anwesend, und haben somit den sprachgruppenübergreifenden Ansatz der Südtirol Filarmonica unterstrichen.
Die stetige Weiterentwicklung zeichnet auch die diesjährige 5. Konzertreihe der Südtirol Filarmonica aus, durch folgende 4 Aspekte:
Mahlers Unvollendete zum ersten Mal von 78 Südtiroler MusikerInnen
Gustav Mahlers Liebe zu den Bergen und seine mehrmaligen Sommeraufenthalte in Südtirol (1897–98 in Vahrn und 1908-10 in Toblach) sind bekannte Tatsachen. Im letzten Sommer seines schaffensreichen Lebens schreibt Mahler im seither berühmten Komponierhäuschen in Toblach die 10. Symphonie, welche aufgrund des im Mai 1911 eingetretenen Tod Mahlers nie vollendet wurde und daher als die Unvollendete bezeichnet wird. Zum ersten Mal überhaupt wird ein Orchester, bestehend aus Südtiroler Musikerinnen und Musiker, unter der Leitung des Südtiroler Dirigenten, Michael Pichler, die Zehnte zur Aufführung bringen. Und zwar in Toblach, der Sommerfrische-Heimat Mahlers aber auch der Heimat der Südtirol Filarmonica, welche nunmehr zum 5. Mal in Folge im Euregio Kulturzentrum Gustav Mahler Toblach die Vorbereitungsproben durchführt und das 1. Konzert der jährlichen Konzertreihe dort gestaltet. Saskia Santer, Ehrenmitglied der Mahler Foundation (USA) und Vizepräsidentin der Gustav-Mahler-Musikwochen: “Es ist etwas ganz Besonderes zu vernehmen, dass die in Toblach entstandene Zehnte Mahlers in Toblach und in Wien von Südtiroler Musikerinnen und Musikern aufgeführt wird: mehr Verbundenheit zwischen Mahler-Wien-Südtirol kann es wahrscheinlich nicht geben. Meine Vorfreude ist riesig — und ich glaube auch jene vieler Südtirolerinnen und Südtiroler.”
Uraufführung „Expedition to Paradise“ von Gerd Hermann Ortler
Geboren 1983 in Glurns, zog es Gerd Hermann Ortler schon früh in die weite Welt der Musik. Ausgebildet an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, lebt er seit nunmehr 22 Jahren in Wien. Beauftragt und aufgeführt wurden seine bisherigen Kompositionen in Konzerthäusern, die in aller Munde sind: Wiener Konzerthaus, Elbphilharmonie Hamburg, Musikverein Wien, Wiener Staatsoper, Philharmonie Luxemburg, in Südtirol bei Transart und Südtirol Jazzfestival, um nur einige zu nennen. Für sein letztes Werk „Wolf – das Mystical“ wurde am Wolfgangsee (Salzburger Land/AUT) eine eigens dafür konzipierte Seebühne geschaffen. Sein Wissen vermittelt er weiter an die nächste Generation über einen Lehrauftrag für Komposition und Arrangement an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Für die Südtirol Filarmonica hat er ein Doppelkonzert für Klarinette, Trompete und Orchester komponiert: es trägt den Namen „Expedition to Paradise“. Gerd Hermann Ortler zeigt sich emotional: „Ich begebe mich mit den fabelhaften Solisten und dem furchtlosen Orchester auf eine abenteuerliche musikalische Reise. Doch was treibt uns auf den Weg ins Unbekannte? Es ist der gemeinsame Traum vom Paradies. Wir freuen uns darauf, das Südtiroler und Wiener Publikum auf diese aufregende Reise mitzunehmen!“
Die beiden Solisten Andrea Götsch und Berthold Stecher
Ortlers Werk „Expedition to Paradise“ sieht zwei Solisten vor, nämlich Klarinette und Trompete.
Mit den beiden Südtiroler MusikerInnen, Andrea Götsch an der Klarinette und Bertold Stecher an der Trompete, erfährt die Besetzung der beiden Solisten Weltklasse. Andrea Götsch (aus Meran) wirkt seit 2021 bei den Wiener Philharmonikern; Bertold Stecher (aus Mals) bereichert seit 2024 die Berliner Philharmoniker. Sowohl Götsch wie auch Stecher können in ihrer noch jungen Karriere gar einige Solo-Auftritte vorweisen, der anstehende Auftritt mit der Südtirol Filarmonica in einem auf deren Instrumente zugeschnittenen Werkes stellt etwas Besonderes für Beide dar. Andrea Götsch kommt ins Schwärmen: „Mit Bertold Stecher und Südtirol Filarmonica, unter der Leitung von Michael Pichler, frisch komponierte Musik von Gerd Hermann Ortler in Toblach, Bozen, Meran und Wien aufzuführen – welch‘ geniale Synthese! Eine Mischung aus vertrauten Kindheits- und Heimatsgefühlen, aber sicher auch total verrückten und extremen Emotionen werden diese Konzerte in uns allen auslösen; ich kann es kaum erwarten!”
Bertold Stecher voller Vorfreude: ”Ein super interessantes Projekt, das die Musik in und aus Südtirol ein bedeutendes Stück weiterbringt.”
Der Große Saal des Wiener Konzerthaus
Die zweite Etappe der 2024 ins Leben gerufenen „Südtirol Filarmonica meets friends“-Tournee bringt die Südtirol Filarmonica heuer in eines der wohl bedeutendsten und angesehensten Konzerthäuser weltweit: das Wiener Konzerthaus mit seinem Großen Saal. Alles, was Rang und Namen hat in der Welt der klassischen Musik, ist irgendwie mit diesem Tempel der klassischen Musik verbunden. Seit 112 Jahren steht das Wiener Konzerthaus für Qualität, Innovation, Premieren. Matthias Naske, Intendant des Wiener Konzerthaus, hat lobende Worte für die Südtirol Filarmonica: ”Ich sehe mit besonderer Freude auf das Gastspiel der Südtirol-Filarmonica unter der Leitung von Michael Pichler am 13.Oktober 2025 im Wiener Konzerthaus. Sowohl die Programmierung als auch die Wahl der Solisten tragen eine europäische Dimension, die künstlerische Glaubwürdigkeit und Exzellenz verbindet. Damit passt dieser Abend perfekt in das durch lebendiges Geschehen und künstlerische Exzellenz geprägte Haus im Herzen Wiens.”
359 Südtiroler Musikerinnen und Musiker bilden die breite und vielfältige Basis der Südtirol Filarmonica. 78 davon bilden die Orchesterbesetzung 2025, unter der Leitung des Dirigenten, Michael Pichler. Die diesjährige, fünfte Konzertreihe trägt den Namen „Die Kraft der Verbundenheit“ — folgende Werke bringen dies zum Ausdruck:
Programm “Die Kraft der Verbundenheit”
Gustav Mahler (1860–1911)
Sinfonie Nr. 10 – Adagio (1910)
Johann S. Bach (1685–1750) / Anton Webern (1883–1945)
Fuga “Ricercata” a 6 voci (1935)
Gerd Hermann Ortler (*1983)
“Expedition to Paradise” - Doppelkonzert für Klarinette, Trompete und Orchester (2025) — Uraufführung
Solisten: Andrea Götsch (Klarinette), Bertold Stecher (Trompete)
Dirigent: Michael Pichler
Gustav Mahler (1860–1911) fand in den Jahren 1908 — 1910 seinen letzten kreativen Rückzugsort in Toblach und komponierte dort u.a. “Das Lied von der Erde”, die 9. Sinfonie und die unvollendet gebliebene 10. Sinfonie. Mahlers Toblacher Schaffen gibt uns einen tiefen Einblick in seine Gefühlswelt und hat besonders im Hinblick auf seine in Trümmern liegende Ehe mit seiner Frau Alma und seinem fragilen Gesundheitszustand stark autobiographische Züge. Aus seiner 10. Sinfonie ist der 1. Satz “Adagio” trotz Fragment soweit vollendet, dass er den Weg ins sinfonische Konzertrepertoire geschafft hat. Mahlers Adagio führt uns wie kaum ein anderes Werk der Musikgeschichte auf so intensive Art und Weise an die Grenzen des Ertragbaren. Tiefe innere Zerrissenheit, unerträglicher Liebeskummer, Weltschmerz und das Sehnen nach dem Jenseits, all das schwingt in dieser Musik mit. Und dennoch – typisch für Mahler – erklingen ebenso scherzhafte Ironie, Naturklänge oder groteske Tanzaufforderungen.
J.S. Bachs (1685–1750) Fuga “ricercata” a 6 voci (1935) in der Orchestrierung von Anton Webern (1883–1945) ist eine Schöpfung im Geiste Arnold Schönbergs und dessen Instrumentationskunst, die im Rahmen der sogenannten zweiten Wiener Schule entstand. Durch subtile instrumentale Aufsplitterung von Melodien und Passagen und dem Miteinbeziehen besonderer Spieltechniken auf den einzelnen Instrumenten, entstehen fragile Klangfarben und ein insgesamt expressionistischer Orchesterklang.
Gerd Hermann Ortler (*1983) bedient sich einer reichhaltigen Palette an orchestralen Farben und ist bekannt für seine ausdrucksstarke, stilübergreifende Tonsprache. In seinem Doppelkonzert für Klarinette, Trompete und Orchester fordert er von Solisten und Orchester hohe Virtuosität und Klangsensibilität gleichermaßen. Zu erwarten sind kammermusikalische Raffinesse, explosive Rhythmik, aber auch sphärische Momente und große Sinfonik.
Orte und Daten der Konzertreihe
Freitag 10. Oktober 2025 um 20:30 Uhr in Toblach, Gustav-Mahler-Saal
Samstag 11. Oktober 2025 um 19:00 Uhr in Bozen, Auditorium
Sonntag 12. Oktober 2025 um 15:30 Uhr in Meran, Kursaal
Montag 13. Oktober 2025 um 19:30 Uhr in Wien, Wiener Konzerthaus, Großer Saal
Ticketing
Der Kartenverkauf für die drei Konzerte in Südtirol beginnt am 15. Oktober 2025. Um rechtzeitig über das Ticketangebot informiert zu sein, empfiehlt die Südtirol Filarmonica die Anmeldung zum „SF-Newsletter“, welche durch die einfache Eingabe der E‑Mail-Adresse auf www.suedtirol-filarmonica.it erfolgen kann.
Karten für das Konzert in Wien sind ab sofort buchbar:
www.konzerthaus.at
www.jeunesse.at
78 Südtiroler MusikerInnen unter der Leitung von Michael Pichler
Orchesterbesetzung 2025
Von den mittlerweile 359 Südtiroler MusikerInnen, welche die breite und vielfältige Basis der Südtirol Filarmonica darstellen, werden 78 davon die Orchesterbesetzung für die Konzertreihe 2025 bilden. Diese ist als Download verfügbar.
Die Mitbegründerin der Südtirol Filarmonica, Isabel Goller, hierzu: „Die Südtirol Filarmonica steht für Miteinander und Inklusion und würdigt die MusikerInnen unseres Landes. Sie verkörpert den europäischen Geist des kulturellen Austauschs über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg. Dieses Jahr ist es uns eine besondere Freude, mit außergewöhnlichen SolistInnen und einem herausragenden Komponisten aus unserem Land aufzutreten – ein Zeichen für die beeindruckende musikalische Kraft Südtirols.“
Südtiroler BerufsmusikerInnen, die in den Sinfonieorchestern dieser Welt tätig sind und auf internationalen Bühnen das Publikum zu begeistern wissen, sowie einige Studierende werden wieder gemeinsam in Südtirol auftreten. Darunter befinden sich mehrere herausragende Musikerpersönlichkeiten wie zum Beispiel die Klarinettistin Sophie Pardatscher, die im Orchester der Deutschen Oper Berlin engagiert ist, oder Martin Pratissoli, Cellist im Orchestra dell’Arena di Verona. Die längste Anreise wird diesmal die Flötistin Tanja Agreiter aus den USA auf sich nehmen.
Vorbereitet werden die Auftritte bei den gemeinsamen Proben vom 5–10. Oktober 2025 im „Euregio Kulturzentrum Gustav Mahler Toblach Dolomiten“.
Wertschätzung für die Musikschulen Südtirols
Kurz nach den ersten Konzerten im September 2021 äußerten mehrere MusikerInnen den Wunsch, die Dankbarkeit gegenüber ihrem Ursprung — den Musikschulen Südtirols — konkret zum Ausdruck zu bringen. Daher ist seit 2022 ein Ensembleauftritt an einer Musikschule Südtirols fester Bestandteil des Wochenprogramms der Südtirol Filarmonica.
Dieses Jahr wird ein Ensemble für die SchülerInnen an der Musikschule Sterzing ein exklusives und interaktives Konzert geben.
Klingende Kilometer
Für den Auftritt im Oktober 2025 legen die 78 MusikerInnen und der Dirigent insgesamt 69.362 km zurück, mit unterschiedlichen Transportmitteln – vornehmlich Zug. Die Anreise erfolgt am 5. Oktober für einen 9‑tägigen Aufenthalt in Südtirol. Er umfasst 5 Probentage sowie 4 Konzerttage. Nach dem Konzert in Wien kehren alle MusikerInnen und der Dirigent wieder an ihre Wirkungsstätten in der Welt zurück.
Bei der Fundraising-Aktion “Klingende Kilometer” kann Jede und Jeder, zum Preis von 1 € je km, beliebig viele Kilometer erwerben – und somit das Projekt bei der Reisekostenrückerstattung für die MusikerInnen unterstützen. Für weitere Infos: www.suedtirol-filarmonica.it .
„Südtirol kann stolz auf seine vielen MusikerInnen sein, die in den renommiertesten Orchestern der Welt spielen.”, so Landeshauptmann a.D. Luis Durnwalder, Schirmherr der Aktion Klingende Kilometer.
359 Südtiroler MusikerInnen
Die Südtirol Filarmonica wurde 2019 ins Leben gerufen. Die breite und vielfältige Basis des Orchesters bilden jene 359 Südtiroler MusikerInnen der klassischen Musik, welche das Musizieren zu deren Beruf gemacht haben und mehrheitlich verstreut auf der Welt mit den renommiertesten Orchestern auftreten.
Beheimatet in jedem Winkel Südtirols begeistern sie das Publikum mit ihren Darbietungen in Orchestern wie dem New York Philharmonic, den Wiener Philharmonikern, dem Orchestra del Teatro alla Scala di Milano, aber auch dem Malaysia Philharmonic Orchestra und dem Zhejiang Symphonieorchester, um nur einige zu nennen. Sie alle vereint die Leidenschaft für die klassische Musik und ihre gemeinsame Heimat: Südtirol.
Spiegelbild Südtirols
Die Südtirol Filarmonica widerspiegelt die Südtiroler Gesellschaft: sie umarmt alle Sprachgruppen – neben der Deutschen (66%), der Italienischen (22%) und der Ladinischen (8%) auch die sog. neue Sprachgruppe (4%). Das Orchester ist generationenübergreifend: die MusikerInnen umfassen praktisch drei Generationen – von jugendlichen 17 Jahren bis erfahrenen 65 Jahren. Der kontinuierliche Einbau von jungen hochtalentierten MusikerInnen ist dabei eine Selbstverständlichkeit. Die Geschlechteraufteilung in der Südtirol Filarmonica ist nahezu ausgeglichen: 46% Frauen – 54% Männer. Die Gage für die gemeinsame Woche in Südtirol ist einheitlich: unabhängig ob Junior oder Senior, unabhängig ob Frau oder Mann.
Damit geht die Südtirol Filarmonica einen Schritt weiter: die beiden Werte „Miteinander“ und „Inklusion“ sind nicht nur schöne Wörter, sondern sie werden konkret gelebt.
Philosophie und Werte der Südtirol Filarmonica
Südtirol zeichnet sich durch eine besondere Art gesellschaftlicher und kultureller Vielfalt aus. Ob Deutsch, Italienisch oder Ladinisch, Sprache ist hier kein Hindernis, sondern Reichtum eines bemerkenswerten Kulturkosmos.
Ein Sinfonieorchester ist Sinnbild für das gemeinsame Empfinden und Agieren und das Zusammenwirken vieler verschiedener Stimmen.
Für weitere Informationen: www.suedtirol-filarmonica.it
Der Kulturverein ARTON ETS
Musik hat die Macht, uns zu verbinden und uns zu inspirieren, wir selbst zu sein. ARTON nimmt diese Elemente auf, verknüpft sie mit den unzähligen künstlerischen Disziplinen und trägt damit zur Vielfalt, die die Basis für die gesellschaftliche Entwicklung bildet, bei. ARTON wurde am 8. August 2020 als ehrenamtlicher Verein gegründet; dem Ausschuss des Vereins gehören Zeno Kerschbaumer als Vorsitzender, Isabel Goller als stellvertretende Vorsitzende, Cornelia Goller und Michael Pichler als Mitglieder an.
Der Name ARTON setzt sich zusammen aus den Wörtern Art, Ton und on: jene Elemente, die in ihrer Verbindung wie auch in ihrer Alleinstellung die Aufgaben und Ziele des Vereins beschreiben.
Die Südtirol Filarmonica ist ein Projekt von ARTON
ARCHIV
PRESSEMITTEILUNG 25.|25
Südtirol – 3. April 2025
Von Mahler zu Ortler: Verbundenheit auf vielen Ebenen
Uraufführung von Ortlers „Expedition to Paradise“
Andrea Götsch und Bertold Stecher als Solisten
Neben Toblach, Bozen, Meran, Premiere im Großen Saal des Wiener Konzerthaus
Heute wurde anlässlich einer Pressekonferenz die Konzertreihe 2025 der Südtirol Filarmonica vorgestellt. Neben den VertreterInnen des organisierenden Kulturverein ARTON waren auch Regional-Assessor Angelo Gennaccaro sowie alle drei Landesräte für Kultur, Philipp Achammer, Daniel Alfreider und Marco Galateo, anwesend, und haben somit den sprachgruppenübergreifenden Ansatz der Südtirol Filarmonica unterstrichen.
Die stetige Weiterentwicklung zeichnet auch die diesjährige 5. Konzertreihe der Südtirol Filarmonica aus, durch folgende 4 Aspekte:
Mahlers Unvollendete zum ersten Mal von 78 Südtiroler MusikerInnen
Gustav Mahlers Liebe zu den Bergen und seine mehrmaligen Sommeraufenthalte in Südtirol (1897–98 in Vahrn und 1908-10 in Toblach) sind bekannte Tatsachen. Im letzten Sommer seines schaffensreichen Lebens schreibt Mahler im seither berühmten Komponierhäuschen in Toblach die 10. Symphonie, welche aufgrund des im Mai 1911 eingetretenen Tod Mahlers nie vollendet wurde und daher als die Unvollendete bezeichnet wird. Zum ersten Mal überhaupt wird ein Orchester, bestehend aus Südtiroler Musikerinnen und Musiker, unter der Leitung des Südtiroler Dirigenten, Michael Pichler, die Zehnte zur Aufführung bringen. Und zwar in Toblach, der Sommerfrische-Heimat Mahlers aber auch der Heimat der Südtirol Filarmonica, welche nunmehr zum 5. Mal in Folge im Euregio Kulturzentrum Gustav Mahler Toblach die Vorbereitungsproben durchführt und das 1. Konzert der jährlichen Konzertreihe dort gestaltet. Saskia Santer, Ehrenmitglied der Mahler Foundation (USA) und Vizepräsidentin der Gustav-Mahler-Musikwochen: “Es ist etwas ganz Besonderes zu vernehmen, dass die in Toblach entstandene Zehnte Mahlers in Toblach und in Wien von Südtiroler Musikerinnen und Musikern aufgeführt wird: mehr Verbundenheit zwischen Mahler-Wien-Südtirol kann es wahrscheinlich nicht geben. Meine Vorfreude ist riesig — und ich glaube auch jene vieler Südtirolerinnen und Südtiroler.”
Uraufführung „Expedition to Paradise“ von Gerd Hermann Ortler
Geboren 1983 in Glurns, zog es Gerd Hermann Ortler schon früh in die weite Welt der Musik. Ausgebildet an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, lebt er seit nunmehr 22 Jahren in Wien. Beauftragt und aufgeführt wurden seine bisherigen Kompositionen in Konzerthäusern, die in aller Munde sind: Wiener Konzerthaus, Elbphilharmonie Hamburg, Musikverein Wien, Wiener Staatsoper, Philharmonie Luxemburg, in Südtirol bei Transart und Südtirol Jazzfestival, um nur einige zu nennen. Für sein letztes Werk „Wolf – das Mystical“ wurde am Wolfgangsee (Salzburger Land/AUT) eine eigens dafür konzipierte Seebühne geschaffen. Sein Wissen vermittelt er weiter an die nächste Generation über einen Lehrauftrag für Komposition und Arrangement an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Für die Südtirol Filarmonica hat er ein Doppelkonzert für Klarinette, Trompete und Orchester komponiert: es trägt den Namen „Expedition to Paradise“. Gerd Hermann Ortler zeigt sich emotional: „Ich begebe mich mit den fabelhaften Solisten und dem furchtlosen Orchester auf eine abenteuerliche musikalische Reise. Doch was treibt uns auf den Weg ins Unbekannte? Es ist der gemeinsame Traum vom Paradies. Wir freuen uns darauf, das Südtiroler und Wiener Publikum auf diese aufregende Reise mitzunehmen!“
Die beiden Solisten Andrea Götsch und Berthold Stecher
Ortlers Werk „Expedition to Paradise“ sieht zwei Solisten vor, nämlich Klarinette und Trompete.
Mit den beiden Südtiroler MusikerInnen, Andrea Götsch an der Klarinette und Bertold Stecher an der Trompete, erfährt die Besetzung der beiden Solisten Weltklasse. Andrea Götsch (aus Meran) wirkt seit 2021 bei den Wiener Philharmonikern; Bertold Stecher (aus Mals) bereichert seit 2024 die Berliner Philharmoniker. Sowohl Götsch wie auch Stecher können in ihrer noch jungen Karriere gar einige Solo-Auftritte vorweisen, der anstehende Auftritt mit der Südtirol Filarmonica in einem auf deren Instrumente zugeschnittenen Werkes stellt etwas Besonderes für Beide dar. Andrea Götsch kommt ins Schwärmen: „Mit Bertold Stecher und Südtirol Filarmonica, unter der Leitung von Michael Pichler, frisch komponierte Musik von Gerd Hermann Ortler in Toblach, Bozen, Meran und Wien aufzuführen – welch‘ geniale Synthese! Eine Mischung aus vertrauten Kindheits- und Heimatsgefühlen, aber sicher auch total verrückten und extremen Emotionen werden diese Konzerte in uns allen auslösen; ich kann es kaum erwarten!”
Bertold Stecher voller Vorfreude: ”Ein super interessantes Projekt, das die Musik in und aus Südtirol ein bedeutendes Stück weiterbringt.”
Der Große Saal des Wiener Konzerthaus
Die zweite Etappe der 2024 ins Leben gerufenen „Südtirol Filarmonica meets friends“-Tournee bringt die Südtirol Filarmonica heuer in eines der wohl bedeutendsten und angesehensten Konzerthäuser weltweit: das Wiener Konzerthaus mit seinem Großen Saal. Alles, was Rang und Namen hat in der Welt der klassischen Musik, ist irgendwie mit diesem Tempel der klassischen Musik verbunden. Seit 112 Jahren steht das Wiener Konzerthaus für Qualität, Innovation, Premieren. Matthias Naske, Intendant des Wiener Konzerthaus, hat lobende Worte für die Südtirol Filarmonica: ”Ich sehe mit besonderer Freude auf das Gastspiel der Südtirol-Filarmonica unter der Leitung von Michael Pichler am 13.Oktober 2025 im Wiener Konzerthaus. Sowohl die Programmierung als auch die Wahl der Solisten tragen eine europäische Dimension, die künstlerische Glaubwürdigkeit und Exzellenz verbindet. Damit passt dieser Abend perfekt in das durch lebendiges Geschehen und künstlerische Exzellenz geprägte Haus im Herzen Wiens.”
359 Südtiroler Musikerinnen und Musiker bilden die breite und vielfältige Basis der Südtirol Filarmonica. 78 davon bilden die Orchesterbesetzung 2025, unter der Leitung des Dirigenten, Michael Pichler. Die diesjährige, fünfte Konzertreihe trägt den Namen „Die Kraft der Verbundenheit“ — folgende Werke bringen dies zum Ausdruck:
Programm “Die Kraft der Verbundenheit”
Gustav Mahler (1860–1911)
Sinfonie Nr. 10 – Adagio (1910)
Johann S. Bach (1685–1750) / Anton Webern (1883–1945)
Fuga “Ricercata” a 6 voci (1935)
Gerd Hermann Ortler (*1983)
“Expedition to Paradise” - Doppelkonzert für Klarinette, Trompete und Orchester (2025) — Uraufführung
Solisten: Andrea Götsch (Klarinette), Bertold Stecher (Trompete)
Dirigent: Michael Pichler
Gustav Mahler (1860–1911) fand in den Jahren 1908 — 1910 seinen letzten kreativen Rückzugsort in Toblach und komponierte dort u.a. “Das Lied von der Erde”, die 9. Sinfonie und die unvollendet gebliebene 10. Sinfonie. Mahlers Toblacher Schaffen gibt uns einen tiefen Einblick in seine Gefühlswelt und hat besonders im Hinblick auf seine in Trümmern liegende Ehe mit seiner Frau Alma und seinem fragilen Gesundheitszustand stark autobiographische Züge. Aus seiner 10. Sinfonie ist der 1. Satz “Adagio” trotz Fragment soweit vollendet, dass er den Weg ins sinfonische Konzertrepertoire geschafft hat. Mahlers Adagio führt uns wie kaum ein anderes Werk der Musikgeschichte auf so intensive Art und Weise an die Grenzen des Ertragbaren. Tiefe innere Zerrissenheit, unerträglicher Liebeskummer, Weltschmerz und das Sehnen nach dem Jenseits, all das schwingt in dieser Musik mit. Und dennoch – typisch für Mahler – erklingen ebenso scherzhafte Ironie, Naturklänge oder groteske Tanzaufforderungen.
J.S. Bachs (1685–1750) Fuga “ricercata” a 6 voci (1935) in der Orchestrierung von Anton Webern (1883–1945) ist eine Schöpfung im Geiste Arnold Schönbergs und dessen Instrumentationskunst, die im Rahmen der sogenannten zweiten Wiener Schule entstand. Durch subtile instrumentale Aufsplitterung von Melodien und Passagen und dem Miteinbeziehen besonderer Spieltechniken auf den einzelnen Instrumenten, entstehen fragile Klangfarben und ein insgesamt expressionistischer Orchesterklang.
Gerd Hermann Ortler (*1983) bedient sich einer reichhaltigen Palette an orchestralen Farben und ist bekannt für seine ausdrucksstarke, stilübergreifende Tonsprache. In seinem Doppelkonzert für Klarinette, Trompete und Orchester fordert er von Solisten und Orchester hohe Virtuosität und Klangsensibilität gleichermaßen. Zu erwarten sind kammermusikalische Raffinesse, explosive Rhythmik, aber auch sphärische Momente und große Sinfonik.
Orte und Daten der Konzertreihe
Freitag 10. Oktober 2025 um 20:30 Uhr in Toblach, Gustav-Mahler-Saal
Samstag 11. Oktober 2025 um 19:00 Uhr in Bozen, Auditorium
Sonntag 12. Oktober 2025 um 15:30 Uhr in Meran, Kursaal
Montag 13. Oktober 2025 um 19:30 Uhr in Wien, Wiener Konzerthaus, Großer Saal
Ticketing
Der Kartenverkauf für die drei Konzerte in Südtirol beginnt am 15. Oktober 2025. Um rechtzeitig über das Ticketangebot informiert zu sein, empfiehlt die Südtirol Filarmonica die Anmeldung zum „SF-Newsletter“, welche durch die einfache Eingabe der E‑Mail-Adresse auf www.suedtirol-filarmonica.it erfolgen kann.
Karten für das Konzert in Wien sind ab sofort buchbar:
www.konzerthaus.at
www.jeunesse.at
78 Südtiroler MusikerInnen unter der Leitung von Michael Pichler
Orchesterbesetzung 2025
Von den mittlerweile 359 Südtiroler MusikerInnen, welche die breite und vielfältige Basis der Südtirol Filarmonica darstellen, werden 78 davon die Orchesterbesetzung für die Konzertreihe 2025 bilden. Diese ist als Download verfügbar.
Die Mitbegründerin der Südtirol Filarmonica, Isabel Goller, hierzu: „Die Südtirol Filarmonica steht für Miteinander und Inklusion und würdigt die MusikerInnen unseres Landes. Sie verkörpert den europäischen Geist des kulturellen Austauschs über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg. Dieses Jahr ist es uns eine besondere Freude, mit außergewöhnlichen SolistInnen und einem herausragenden Komponisten aus unserem Land aufzutreten – ein Zeichen für die beeindruckende musikalische Kraft Südtirols.“
Südtiroler BerufsmusikerInnen, die in den Sinfonieorchestern dieser Welt tätig sind und auf internationalen Bühnen das Publikum zu begeistern wissen, sowie einige Studierende werden wieder gemeinsam in Südtirol auftreten. Darunter befinden sich mehrere herausragende Musikerpersönlichkeiten wie zum Beispiel die Klarinettistin Sophie Pardatscher, die im Orchester der Deutschen Oper Berlin engagiert ist, oder Martin Pratissoli, Cellist im Orchestra dell’Arena di Verona. Die längste Anreise wird diesmal die Flötistin Tanja Agreiter aus den USA auf sich nehmen.
Vorbereitet werden die Auftritte bei den gemeinsamen Proben vom 5–10. Oktober 2025 im „Euregio Kulturzentrum Gustav Mahler Toblach Dolomiten“.
Wertschätzung für die Musikschulen Südtirols
Kurz nach den ersten Konzerten im September 2021 äußerten mehrere MusikerInnen den Wunsch, die Dankbarkeit gegenüber ihrem Ursprung — den Musikschulen Südtirols — konkret zum Ausdruck zu bringen. Daher ist seit 2022 ein Ensembleauftritt an einer Musikschule Südtirols fester Bestandteil des Wochenprogramms der Südtirol Filarmonica.
Dieses Jahr wird ein Ensemble für die SchülerInnen an der Musikschule Sterzing ein exklusives und interaktives Konzert geben.
Klingende Kilometer
Für den Auftritt im Oktober 2025 legen die 78 MusikerInnen und der Dirigent insgesamt 69.362 km zurück, mit unterschiedlichen Transportmitteln – vornehmlich Zug. Die Anreise erfolgt am 5. Oktober für einen 9‑tägigen Aufenthalt in Südtirol. Er umfasst 5 Probentage sowie 4 Konzerttage. Nach dem Konzert in Wien kehren alle MusikerInnen und der Dirigent wieder an ihre Wirkungsstätten in der Welt zurück.
Bei der Fundraising-Aktion “Klingende Kilometer” kann Jede und Jeder, zum Preis von 1 € je km, beliebig viele Kilometer erwerben – und somit das Projekt bei der Reisekostenrückerstattung für die MusikerInnen unterstützen. Für weitere Infos: www.suedtirol-filarmonica.it .
„Südtirol kann stolz auf seine vielen MusikerInnen sein, die in den renommiertesten Orchestern der Welt spielen.”, so Landeshauptmann a.D. Luis Durnwalder, Schirmherr der Aktion Klingende Kilometer.
359 Südtiroler MusikerInnen
Die Südtirol Filarmonica wurde 2019 ins Leben gerufen. Die breite und vielfältige Basis des Orchesters bilden jene 359 Südtiroler MusikerInnen der klassischen Musik, welche das Musizieren zu deren Beruf gemacht haben und mehrheitlich verstreut auf der Welt mit den renommiertesten Orchestern auftreten.
Beheimatet in jedem Winkel Südtirols begeistern sie das Publikum mit ihren Darbietungen in Orchestern wie dem New York Philharmonic, den Wiener Philharmonikern, dem Orchestra del Teatro alla Scala di Milano, aber auch dem Malaysia Philharmonic Orchestra und dem Zhejiang Symphonieorchester, um nur einige zu nennen. Sie alle vereint die Leidenschaft für die klassische Musik und ihre gemeinsame Heimat: Südtirol.
Spiegelbild Südtirols
Die Südtirol Filarmonica widerspiegelt die Südtiroler Gesellschaft: sie umarmt alle Sprachgruppen – neben der Deutschen (66%), der Italienischen (22%) und der Ladinischen (8%) auch die sog. neue Sprachgruppe (4%). Das Orchester ist generationenübergreifend: die MusikerInnen umfassen praktisch drei Generationen – von jugendlichen 17 Jahren bis erfahrenen 65 Jahren. Der kontinuierliche Einbau von jungen hochtalentierten MusikerInnen ist dabei eine Selbstverständlichkeit. Die Geschlechteraufteilung in der Südtirol Filarmonica ist nahezu ausgeglichen: 46% Frauen – 54% Männer. Die Gage für die gemeinsame Woche in Südtirol ist einheitlich: unabhängig ob Junior oder Senior, unabhängig ob Frau oder Mann.
Damit geht die Südtirol Filarmonica einen Schritt weiter: die beiden Werte „Miteinander“ und „Inklusion“ sind nicht nur schöne Wörter, sondern sie werden konkret gelebt.
Philosophie und Werte der Südtirol Filarmonica
Südtirol zeichnet sich durch eine besondere Art gesellschaftlicher und kultureller Vielfalt aus. Ob Deutsch, Italienisch oder Ladinisch, Sprache ist hier kein Hindernis, sondern Reichtum eines bemerkenswerten Kulturkosmos.
Ein Sinfonieorchester ist Sinnbild für das gemeinsame Empfinden und Agieren und das Zusammenwirken vieler verschiedener Stimmen.
Für weitere Informationen: www.suedtirol-filarmonica.it
Der Kulturverein ARTON ETS
Musik hat die Macht, uns zu verbinden und uns zu inspirieren, wir selbst zu sein. ARTON nimmt diese Elemente auf, verknüpft sie mit den unzähligen künstlerischen Disziplinen und trägt damit zur Vielfalt, die die Basis für die gesellschaftliche Entwicklung bildet, bei. ARTON wurde am 8. August 2020 als ehrenamtlicher Verein gegründet; dem Ausschuss des Vereins gehören Zeno Kerschbaumer als Vorsitzender, Isabel Goller als stellvertretende Vorsitzende, Cornelia Goller und Michael Pichler als Mitglieder an.
Der Name ARTON setzt sich zusammen aus den Wörtern Art, Ton und on: jene Elemente, die in ihrer Verbindung wie auch in ihrer Alleinstellung die Aufgaben und Ziele des Vereins beschreiben.
Die Südtirol Filarmonica ist ein Projekt von ARTON
ARCHIV
PRESSE-
MITTEILUNG 25.|25
Südtirol – 3. April 2025
Von Mahler zu Ortler: Verbundenheit auf vielen Ebenen
Uraufführung von Ortlers „Expedition to Paradise“
Andrea Götsch und Bertold Stecher als Solisten
Neben Toblach, Bozen, Meran, Premiere im Großen Saal des Wiener Konzerthaus
Heute wurde anlässlich einer Pressekonferenz die Konzertreihe 2025 der Südtirol Filarmonica vorgestellt. Neben den VertreterInnen des organisierenden Kulturverein ARTON waren auch Regional-Assessor Angelo Gennaccaro sowie alle drei Landesräte für Kultur, Philipp Achammer, Daniel Alfreider und Marco Galateo, anwesend, und haben somit den sprachgruppenübergreifenden Ansatz der Südtirol Filarmonica unterstrichen.
Die stetige Weiterentwicklung zeichnet auch die diesjährige 5. Konzertreihe der Südtirol Filarmonica aus, durch folgende 4 Aspekte:
Mahlers Unvollendete zum ersten Mal von 78 Südtiroler MusikerInnen
Gustav Mahlers Liebe zu den Bergen und seine mehrmaligen Sommeraufenthalte in Südtirol (1897–98 in Vahrn und 1908-10 in Toblach) sind bekannte Tatsachen. Im letzten Sommer seines schaffensreichen Lebens schreibt Mahler im seither berühmten Komponierhäuschen in Toblach die 10. Symphonie, welche aufgrund des im Mai 1911 eingetretenen Tod Mahlers nie vollendet wurde und daher als die Unvollendete bezeichnet wird. Zum ersten Mal überhaupt wird ein Orchester, bestehend aus Südtiroler Musikerinnen und Musiker, unter der Leitung des Südtiroler Dirigenten, Michael Pichler, die Zehnte zur Aufführung bringen. Und zwar in Toblach, der Sommerfrische-Heimat Mahlers aber auch der Heimat der Südtirol Filarmonica, welche nunmehr zum 5. Mal in Folge im Euregio Kulturzentrum Gustav Mahler Toblach die Vorbereitungsproben durchführt und das 1. Konzert der jährlichen Konzertreihe dort gestaltet. Saskia Santer, Ehrenmitglied der Mahler Foundation (USA) und Vizepräsidentin der Gustav-Mahler-Musikwochen: “Es ist etwas ganz Besonderes zu vernehmen, dass die in Toblach entstandene Zehnte Mahlers in Toblach und in Wien von Südtiroler Musikerinnen und Musikern aufgeführt wird: mehr Verbundenheit zwischen Mahler-Wien-Südtirol kann es wahrscheinlich nicht geben. Meine Vorfreude ist riesig — und ich glaube auch jene vieler Südtirolerinnen und Südtiroler.”
Uraufführung „Expedition to Paradise“ von Gerd Hermann Ortler
Geboren 1983 in Glurns, zog es Gerd Hermann Ortler schon früh in die weite Welt der Musik. Ausgebildet an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, lebt er seit nunmehr 22 Jahren in Wien. Beauftragt und aufgeführt wurden seine bisherigen Kompositionen in Konzerthäusern, die in aller Munde sind: Wiener Konzerthaus, Elbphilharmonie Hamburg, Musikverein Wien, Wiener Staatsoper, Philharmonie Luxemburg, in Südtirol bei Transart und Südtirol Jazzfestival, um nur einige zu nennen. Für sein letztes Werk „Wolf – das Mystical“ wurde am Wolfgangsee (Salzburger Land/AUT) eine eigens dafür konzipierte Seebühne geschaffen. Sein Wissen vermittelt er weiter an die nächste Generation über einen Lehrauftrag für Komposition und Arrangement an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Für die Südtirol Filarmonica hat er ein Doppelkonzert für Klarinette, Trompete und Orchester komponiert: es trägt den Namen „Expedition to Paradise“. Gerd Hermann Ortler zeigt sich emotional: „Ich begebe mich mit den fabelhaften Solisten und dem furchtlosen Orchester auf eine abenteuerliche musikalische Reise. Doch was treibt uns auf den Weg ins Unbekannte? Es ist der gemeinsame Traum vom Paradies. Wir freuen uns darauf, das Südtiroler und Wiener Publikum auf diese aufregende Reise mitzunehmen!“
Die beiden Solisten Andrea Götsch und Berthold Stecher
Ortlers Werk „Expedition to Paradise“ sieht zwei Solisten vor, nämlich Klarinette und Trompete.
Mit den beiden Südtiroler MusikerInnen, Andrea Götsch an der Klarinette und Bertold Stecher an der Trompete, erfährt die Besetzung der beiden Solisten Weltklasse. Andrea Götsch (aus Meran) wirkt seit 2021 bei den Wiener Philharmonikern; Bertold Stecher (aus Mals) bereichert seit 2024 die Berliner Philharmoniker. Sowohl Götsch wie auch Stecher können in ihrer noch jungen Karriere gar einige Solo-Auftritte vorweisen, der anstehende Auftritt mit der Südtirol Filarmonica in einem auf deren Instrumente zugeschnittenen Werkes stellt etwas Besonderes für Beide dar. Andrea Götsch kommt ins Schwärmen: „Mit Bertold Stecher und Südtirol Filarmonica, unter der Leitung von Michael Pichler, frisch komponierte Musik von Gerd Hermann Ortler in Toblach, Bozen, Meran und Wien aufzuführen – welch‘ geniale Synthese! Eine Mischung aus vertrauten Kindheits- und Heimatsgefühlen, aber sicher auch total verrückten und extremen Emotionen werden diese Konzerte in uns allen auslösen; ich kann es kaum erwarten!”
Bertold Stecher voller Vorfreude: ”Ein super interessantes Projekt, das die Musik in und aus Südtirol ein bedeutendes Stück weiterbringt.”
Der Große Saal des Wiener Konzerthaus
Die zweite Etappe der 2024 ins Leben gerufenen „Südtirol Filarmonica meets friends“-Tournee bringt die Südtirol Filarmonica heuer in eines der wohl bedeutendsten und angesehensten Konzerthäuser weltweit: das Wiener Konzerthaus mit seinem Großen Saal. Alles, was Rang und Namen hat in der Welt der klassischen Musik, ist irgendwie mit diesem Tempel der klassischen Musik verbunden. Seit 112 Jahren steht das Wiener Konzerthaus für Qualität, Innovation, Premieren. Matthias Naske, Intendant des Wiener Konzerthaus, hat lobende Worte für die Südtirol Filarmonica: ”Ich sehe mit besonderer Freude auf das Gastspiel der Südtirol-Filarmonica unter der Leitung von Michael Pichler am 13.Oktober 2025 im Wiener Konzerthaus. Sowohl die Programmierung als auch die Wahl der Solisten tragen eine europäische Dimension, die künstlerische Glaubwürdigkeit und Exzellenz verbindet. Damit passt dieser Abend perfekt in das durch lebendiges Geschehen und künstlerische Exzellenz geprägte Haus im Herzen Wiens.”
359 Südtiroler Musikerinnen und Musiker bilden die breite und vielfältige Basis der Südtirol Filarmonica. 78 davon bilden die Orchesterbesetzung 2025, unter der Leitung des Dirigenten, Michael Pichler. Die diesjährige, fünfte Konzertreihe trägt den Namen „Die Kraft der Verbundenheit“ — folgende Werke bringen dies zum Ausdruck:
Programm “Die Kraft der Verbundenheit”
Gustav Mahler (1860–1911)
Sinfonie Nr. 10 – Adagio (1910)
Johann S. Bach (1685–1750) / Anton Webern (1883–1945)
Fuga “Ricercata” a 6 voci (1935)
Gerd Hermann Ortler (*1983)
“Expedition to Paradise” - Doppelkonzert für Klarinette, Trompete und Orchester (2025) — Uraufführung
Solisten: Andrea Götsch (Klarinette), Bertold Stecher (Trompete)
Dirigent: Michael Pichler
Gustav Mahler (1860–1911) fand in den Jahren 1908 — 1910 seinen letzten kreativen Rückzugsort in Toblach und komponierte dort u.a. “Das Lied von der Erde”, die 9. Sinfonie und die unvollendet gebliebene 10. Sinfonie. Mahlers Toblacher Schaffen gibt uns einen tiefen Einblick in seine Gefühlswelt und hat besonders im Hinblick auf seine in Trümmern liegende Ehe mit seiner Frau Alma und seinem fragilen Gesundheitszustand stark autobiographische Züge. Aus seiner 10. Sinfonie ist der 1. Satz “Adagio” trotz Fragment soweit vollendet, dass er den Weg ins sinfonische Konzertrepertoire geschafft hat. Mahlers Adagio führt uns wie kaum ein anderes Werk der Musikgeschichte auf so intensive Art und Weise an die Grenzen des Ertragbaren. Tiefe innere Zerrissenheit, unerträglicher Liebeskummer, Weltschmerz und das Sehnen nach dem Jenseits, all das schwingt in dieser Musik mit. Und dennoch – typisch für Mahler – erklingen ebenso scherzhafte Ironie, Naturklänge oder groteske Tanzaufforderungen.
J.S. Bachs (1685–1750) Fuga “ricercata” a 6 voci (1935) in der Orchestrierung von Anton Webern (1883–1945) ist eine Schöpfung im Geiste Arnold Schönbergs und dessen Instrumentationskunst, die im Rahmen der sogenannten zweiten Wiener Schule entstand. Durch subtile instrumentale Aufsplitterung von Melodien und Passagen und dem Miteinbeziehen besonderer Spieltechniken auf den einzelnen Instrumenten, entstehen fragile Klangfarben und ein insgesamt expressionistischer Orchesterklang.
Gerd Hermann Ortler (*1983) bedient sich einer reichhaltigen Palette an orchestralen Farben und ist bekannt für seine ausdrucksstarke, stilübergreifende Tonsprache. In seinem Doppelkonzert für Klarinette, Trompete und Orchester fordert er von Solisten und Orchester hohe Virtuosität und Klangsensibilität gleichermaßen. Zu erwarten sind kammermusikalische Raffinesse, explosive Rhythmik, aber auch sphärische Momente und große Sinfonik.
Orte und Daten der Konzertreihe
Freitag 10. Oktober 2025 um 20:30 Uhr in Toblach, Gustav-Mahler-Saal
Samstag 11. Oktober 2025 um 19:00 Uhr in Bozen, Auditorium
Sonntag 12. Oktober 2025 um 15:30 Uhr in Meran, Kursaal
Montag 13. Oktober 2025 um 19:30 Uhr in Wien, Wiener Konzerthaus, Großer Saal
Ticketing
Der Kartenverkauf für die drei Konzerte in Südtirol beginnt am 15. Oktober 2025. Um rechtzeitig über das Ticketangebot informiert zu sein, empfiehlt die Südtirol Filarmonica die Anmeldung zum „SF-Newsletter“, welche durch die einfache Eingabe der E‑Mail-Adresse auf www.suedtirol-filarmonica.it erfolgen kann.
Karten für das Konzert in Wien sind ab sofort buchbar:
www.konzerthaus.at
www.jeunesse.at
78 Südtiroler MusikerInnen unter der Leitung von Michael Pichler
Orchesterbesetzung 2025
Von den mittlerweile 359 Südtiroler MusikerInnen, welche die breite und vielfältige Basis der Südtirol Filarmonica darstellen, werden 78 davon die Orchesterbesetzung für die Konzertreihe 2025 bilden. Diese ist als Download verfügbar.
Die Mitbegründerin der Südtirol Filarmonica, Isabel Goller, hierzu: „Die Südtirol Filarmonica steht für Miteinander und Inklusion und würdigt die MusikerInnen unseres Landes. Sie verkörpert den europäischen Geist des kulturellen Austauschs über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg. Dieses Jahr ist es uns eine besondere Freude, mit außergewöhnlichen SolistInnen und einem herausragenden Komponisten aus unserem Land aufzutreten – ein Zeichen für die beeindruckende musikalische Kraft Südtirols.“
Südtiroler BerufsmusikerInnen, die in den Sinfonieorchestern dieser Welt tätig sind und auf internationalen Bühnen das Publikum zu begeistern wissen, sowie einige Studierende werden wieder gemeinsam in Südtirol auftreten. Darunter befinden sich mehrere herausragende Musikerpersönlichkeiten wie zum Beispiel die Klarinettistin Sophie Pardatscher, die im Orchester der Deutschen Oper Berlin engagiert ist, oder Martin Pratissoli, Cellist im Orchestra dell’Arena di Verona. Die längste Anreise wird diesmal die Flötistin Tanja Agreiter aus den USA auf sich nehmen.
Vorbereitet werden die Auftritte bei den gemeinsamen Proben vom 5–10. Oktober 2025 im „Euregio Kulturzentrum Gustav Mahler Toblach Dolomiten“.
Wertschätzung für die Musikschulen Südtirols
Kurz nach den ersten Konzerten im September 2021 äußerten mehrere MusikerInnen den Wunsch, die Dankbarkeit gegenüber ihrem Ursprung — den Musikschulen Südtirols — konkret zum Ausdruck zu bringen. Daher ist seit 2022 ein Ensembleauftritt an einer Musikschule Südtirols fester Bestandteil des Wochenprogramms der Südtirol Filarmonica.
Dieses Jahr wird ein Ensemble für die SchülerInnen an der Musikschule Sterzing ein exklusives und interaktives Konzert geben.
Klingende Kilometer
Für den Auftritt im Oktober 2025 legen die 78 MusikerInnen und der Dirigent insgesamt 69.362 km zurück, mit unterschiedlichen Transportmitteln – vornehmlich Zug. Die Anreise erfolgt am 5. Oktober für einen 9‑tägigen Aufenthalt in Südtirol. Er umfasst 5 Probentage sowie 4 Konzerttage. Nach dem Konzert in Wien kehren alle MusikerInnen und der Dirigent wieder an ihre Wirkungsstätten in der Welt zurück.
Bei der Fundraising-Aktion “Klingende Kilometer” kann Jede und Jeder, zum Preis von 1 € je km, beliebig viele Kilometer erwerben – und somit das Projekt bei der Reisekostenrückerstattung für die MusikerInnen unterstützen. Für weitere Infos: www.suedtirol-filarmonica.it .
„Südtirol kann stolz auf seine vielen MusikerInnen sein, die in den renommiertesten Orchestern der Welt spielen.”, so Landeshauptmann a.D. Luis Durnwalder, Schirmherr der Aktion Klingende Kilometer.
359 Südtiroler MusikerInnen
Die Südtirol Filarmonica wurde 2019 ins Leben gerufen. Die breite und vielfältige Basis des Orchesters bilden jene 359 Südtiroler MusikerInnen der klassischen Musik, welche das Musizieren zu deren Beruf gemacht haben und mehrheitlich verstreut auf der Welt mit den renommiertesten Orchestern auftreten.
Beheimatet in jedem Winkel Südtirols begeistern sie das Publikum mit ihren Darbietungen in Orchestern wie dem New York Philharmonic, den Wiener Philharmonikern, dem Orchestra del Teatro alla Scala di Milano, aber auch dem Malaysia Philharmonic Orchestra und dem Zhejiang Symphonieorchester, um nur einige zu nennen. Sie alle vereint die Leidenschaft für die klassische Musik und ihre gemeinsame Heimat: Südtirol.
Spiegelbild Südtirols
Die Südtirol Filarmonica widerspiegelt die Südtiroler Gesellschaft: sie umarmt alle Sprachgruppen – neben der Deutschen (66%), der Italienischen (22%) und der Ladinischen (8%) auch die sog. neue Sprachgruppe (4%). Das Orchester ist generationenübergreifend: die MusikerInnen umfassen praktisch drei Generationen – von jugendlichen 17 Jahren bis erfahrenen 65 Jahren. Der kontinuierliche Einbau von jungen hochtalentierten MusikerInnen ist dabei eine Selbstverständlichkeit. Die Geschlechteraufteilung in der Südtirol Filarmonica ist nahezu ausgeglichen: 46% Frauen – 54% Männer. Die Gage für die gemeinsame Woche in Südtirol ist einheitlich: unabhängig ob Junior oder Senior, unabhängig ob Frau oder Mann.
Damit geht die Südtirol Filarmonica einen Schritt weiter: die beiden Werte „Miteinander“ und „Inklusion“ sind nicht nur schöne Wörter, sondern sie werden konkret gelebt.
Philosophie und Werte der Südtirol Filarmonica
Südtirol zeichnet sich durch eine besondere Art gesellschaftlicher und kultureller Vielfalt aus. Ob Deutsch, Italienisch oder Ladinisch, Sprache ist hier kein Hindernis, sondern Reichtum eines bemerkenswerten Kulturkosmos.
Ein Sinfonieorchester ist Sinnbild für das gemeinsame Empfinden und Agieren und das Zusammenwirken vieler verschiedener Stimmen.
Für weitere Informationen: www.suedtirol-filarmonica.it
Der Kulturverein ARTON ETS
Musik hat die Macht, uns zu verbinden und uns zu inspirieren, wir selbst zu sein. ARTON nimmt diese Elemente auf, verknüpft sie mit den unzähligen künstlerischen Disziplinen und trägt damit zur Vielfalt, die die Basis für die gesellschaftliche Entwicklung bildet, bei. ARTON wurde am 8. August 2020 als ehrenamtlicher Verein gegründet; dem Ausschuss des Vereins gehören Zeno Kerschbaumer als Vorsitzender, Isabel Goller als stellvertretende Vorsitzende, Cornelia Goller und Michael Pichler als Mitglieder an.
Der Name ARTON setzt sich zusammen aus den Wörtern Art, Ton und on: jene Elemente, die in ihrer Verbindung wie auch in ihrer Alleinstellung die Aufgaben und Ziele des Vereins beschreiben.
Die Südtirol Filarmonica ist ein Projekt von ARTON